Exercise 1

Vermittlungsarten

Leitungsvermittlung (Circuit Switching)

Definition

Feste Verbindung zwischen Sender und Empfänger über gesamte Dauer (z. B. Telefonnetz).

Vorteile

  • Garantierte Bandbreite
  • Geringe Latenz nach Verbindungsaufbau

Nachteile

  • Ressourcenblockierung, auch bei Inaktivität
  • Unflexibel, schlechtere Ausnutzung des Netzes

Paketvermittlung (Packet Switching)

Definition

Daten in Pakete zerlegt, unabhängig über Netz vermittelt (z. B. Internet).

Vorteile

  • Effiziente Ressourcennutzung
  • Skalierbar, robust gegen Ausfälle

Nachteile

  • Variable Latenz
  • Paketverlust möglich, kein garantierter Durchsatz

Internet Protocol (IP)

Vermittlungsart

Paketvermittlung

Warum?

Das Internet Protocol (IP) verwendet Paketvermittlung, weil sie folgende technische Vorteile bietet:

  • Skalierbarkeit: Millionen Geräte können kommunizieren, ohne dass feste Verbindungen reserviert werden müssen.

  • Effiziente Ressourcennutzung: Netzwerkkapazität wird dynamisch geteilt – ungenutzte Bandbreite bleibt nicht blockiert.

  • Robustheit: Pakete können bei Ausfällen alternative Routen nehmen → höhere Ausfallsicherheit.

  • Flexibilität: Verschiedene Dienste (z. B. Web, Video, VoIP) können gleichzeitig das Netz nutzen, ohne dedizierte Verbindungen.

Kurz: Paketvermittlung passt besser zu dynamischem, globalem Datenverkehr als starre Leitungsvermittlung.

Was sind die Folgen, wenn die Warteschlangen und Puffer an einem Layer-3-Router dauerhaft ausgelastet sind?

  • Erhöhte Latenz: Pakete müssen lange warten, bevor sie weitergeleitet werden.

  • Paketverlust: Bei vollem Puffer werden neue Pakete verworfen (Tail Drop).

  • TCP-Staukontrolle greift: Sender reduziert Übertragungsrate → Durchsatz sinkt.

  • QoS-Probleme: Zeitkritische Dienste (VoIP, Video) werden stark beeinträchtigt.

  • Möglicher Bufferbloat: Extrem lange Pufferzeiten → wahrnehmbar langsame Reaktionszeiten.

Maßnahmen zur Vermeidung

  1. Datenverkehr steuern: Man kann den Datenfluss so anpassen, dass nicht zu viele Daten auf einmal im Router ankommen. So bleibt der Puffer entlastet.

  2. Wichtige Daten bevorzugen: Wichtige oder zeitkritische Daten (wie Sprache oder Video) können bevorzugt behandelt werden, damit sie nicht warten müssen.

  3. Leitungskapazität erhöhen: Wenn dauerhaft zu viel Datenverkehr herrscht, hilft es oft, schnellere Verbindungen (Link-Upgrade → mehr Bandbreite) oder leistungsfähigere Geräte einzusetzen (größerer Verarbeitungskapazität / mehr Speicher).

  4. Verkehr besser verteilen: Daten können auf mehrere Wege oder Geräte verteilt werden, damit kein einzelner Router überlastet wird.

  5. Netz besser planen: Durch ein gutes Netzwerkdesign kann man verhindern, dass der gesamte Datenverkehr über wenige Engstellen (Hotspots) läuft.

Grundidee: Man versucht, den Datenfluss so zu organisieren, priorisieren oder begrenzen, dass es gar nicht erst zu Dauerstau im Router kommt.